Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) breitet sich in Bayern aus und sorgt für ein zunehmendes Unbehagen unter den Anwohnern. Wetter-Experte Jörg Kachelmann warnte bereits 2023 vor der Migration dieser Mücke nach Norden, eine Entwicklung, die durch den Klimawandel begünstigt wird. Laut dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sind bereits Populationen in Städten wie Nürnberg, Fürth, München und Würzburg etabliert. Diese Mücken überwintern, was ihre Anwesenheit in der Region noch bedrohlicher macht.

Ursprünglich aus Südasien stammend, gelangte die Asiatische Tigermücke über den Güter- und Reiseverkehr nach Europa. Sie ist tagsüber aktiv und kann verschiedene Krankheitserreger, darunter Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren, übertragen. Glücklicherweise sind die hier vorkommenden Tigermücken in der Regel keine Träger dieser Erreger. Doch das Risiko der Übertragung steigt mit der Ausbreitung der Mücken.

Infoveranstaltungen und Präventionsmaßnahmen

Die Stadt München hat auf die Situation reagiert und bietet verschiedene Infoveranstaltungen an, um die Bürger über die Asiatische Tigermücke aufzuklären. Diese finden an mehreren Terminen in den Stadtbibliotheken Hadern und Laim sowie in der MVHS Laim und Hadern statt. Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek hebt die Bedeutung der Prävention hervor und rät, Brutstätten im eigenen Garten oder auf dem Balkon zu vermeiden. Dazu gehört das Leeren von Gießkannen, das Abdecken von Regentonnen und das regelmäßige Wechseln des Wassers in Vogeltränken und Planschbecken.

Ein besonders interessanter Punkt ist, dass Weihwasserschälchen als Brutstätten dienen können, wie Silke Göttler von Biogents anmerkt. Das LGL unterstützt die Kommunen bei der Überwachung und Bekämpfung der Tigermücke, indem es von Mai bis Oktober ein Stechmücken-Monitoring in Städten wie Rosenheim, Passau und Memmingen durchführt. Die Bevölkerung wird zur Mithilfe aufgerufen, denn jeder kann zur Bekämpfung der Mücke beitragen.

Klimawandel und die Ausbreitung von Krankheitserregern

Die Gefahr der Ausbreitung von Stechmücken, die Viren exotischer Krankheiten übertragen, steigt durch den Klimawandel erheblich. Laut Jürgen May, dem Leiter des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts, ermöglichen Klimaveränderungen nicht nur die Ansiedlung neuer Mückenarten, sondern fördern auch die Übertragung von Viren durch bereits vorhandene Moskitos. Ein Beispiel dafür ist das West-Nil-Virus, das seit 2018 im Osten Deutschlands nachgewiesen wurde und vor allem durch Wald- und Wiesenmücken übertragen wird.

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Die längeren Sommer und milderen Winter, die wir in Deutschland erleben, sowie die veränderten Niederschläge, begünstigen die Ausbreitung dieser Überträgermücken. Fälle von West-Nil-Virusinfektionen wurden bereits in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Berlin dokumentiert. Infektionen können zu ernsthaften Krankheiten führen, auch wenn die meisten Menschen keine Symptome zeigen. Doch nicht nur das West-Nil-Virus ist ein Thema – auch die Asiatische Tigermücke überträgt Erreger, die in Deutschland bisher nicht vorkommen.

Die Europäische Gesundheitsbehörde (ECDC) hat in diesem Jahr bereits 27 Chikungunya-Ausbrüche in Europa dokumentiert, ein Höchstwert. Und während 2010 die ersten lokalen Dengue-Fälle in Europa verzeichnet wurden, stieg die Zahl bis 2024 auf 304 Fälle. Dies zeigt eindrücklich, wie sich die Lage verändert und wie wichtig es ist, die Bevölkerung über die Risiken und Präventionsmaßnahmen aufzuklären. Impfungen gegen Dengue und Chikungunya sind zwar verfügbar, doch die besten Maßnahmen bleiben präventiver Natur.