Die Ausbreitung der asiatischen Tigermücke in Bayern ist ein Thema, das immer mehr Menschen beschäftigt. Diese invasive Art, die ursprünglich aus den Tropen stammt, hat sich über Güter- und Reiseverkehr nach Europa verbreitet und zeigt sich nun auch in bayerischen Städten. Die ersten etablierten Populationen wurden in Nürnberg, Forchheim und Wunsiedel gesichtet, während in Fürth, München und Würzburg bereits bestehende Populationen bekannt sind. Im vergangenen Jahr gab es zudem einzelne Funde in acht weiteren Stadt- und Landkreisen.
Ein wichtiges Merkmal der Tigermücke ist ihre Fähigkeit, in kälteren Regionen zu überwintern. Eine Population gilt dann als etabliert, wenn sie die kalte Jahreszeit übersteht. Die Klimaerwärmung spielt hier eine entscheidende Rolle: Sie begünstigt die Ansiedlung dieser Mückenarten in Deutschland und damit auch das Risiko, dass sie Krankheiten wie Chikungunya, Dengue und Zika übertragen. Zwar sind sie in Deutschland meist keine Träger dieser Erreger, doch mit der Ausbreitung der Mücken steigt das Risiko, dass erkrankte Reiserückkehrer die Viren einschleppen.
Lebensraum und Fortpflanzung der Tigermücke
Tigermücken sind sogenannte „Container-Brüter“ und legen ihre Eier in kleinen Wasserstellen ab. Zu den bevorzugten Eiablageorten zählen Regentonnen, Gießkannen, Vogeltränken und sogar verstopfte Dachrinnen. Besonders attraktiv für die weiblichen Mücken sind im Freien gelagerte Autoreifen, in denen sich Regenwasser sammeln kann. Ein Weibchen kann pro Zyklus 40 bis 90 schwarze Eier ablegen, die nur etwa 0,5 mm groß sind und knapp oberhalb des Wasserstandes an die Gefäßwand platziert werden.
Die Larven schlüpfen, sobald die Eier durch Regenfluten im Wasser stehen. Die Entwicklungszeit bis zur ausgewachsenen Tigermücke beträgt etwa 10 bis 15 Tage, abhängig von den Temperaturen. Die Eier sind äußerst robust und können monatelang überdauern, auch im Winter. Allerdings sind sie nicht frostresistent und sterben bei mehreren Tagen mit Minustemperaturen.
Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung
Um der Ausbreitung der Tigermücken entgegenzuwirken, setzt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ein Stechmücken-Monitoring von Mai bis Oktober fort. An verschiedenen Standorten wie Rosenheim, Passau und Memmingen werden Mückenfallen aufgestellt. Das LGL unterstützt zudem Kommunen bei der Abklärung und beim Monitoring. Die Bevölkerung wird zur Mithilfe aufgerufen, um die Mückenpopulationen in den Griff zu bekommen.
Ein einfacher Schritt zur Bekämpfung dieser Plagegeister ist die regelmäßige Kontrolle der eigenen Umgebung. Topfuntersetzer und Gießkannen sollten geleert, Regentonnen abgedeckt und Wasser in Vogeltränken sowie Planschbecken regelmäßig gewechselt werden. So kann jeder Einzelne dazu beitragen, dass die Tigermücke in Bayern nicht weiter Fuß fasst.
Die asiatische Tigermücke ist nicht nur eine Herausforderung für die Gesundheit, sondern auch ein Zeichen für die sich verändernden klimatischen Bedingungen in unserer Region. Angesichts der milden klimatischen Verhältnisse, die die Etablierung dieser Mücken begünstigen, ist es wichtig, aufmerksam zu bleiben und präventive Maßnahmen zu ergreifen.