Wien ist auf dem besten Weg, eine Stadt ohne Verschwendung zu werden. Im Rahmen dieser ehrgeizigen Vision hat der Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky die Bedeutung einer nachhaltigen Nutzung von Gegenständen hervorgehoben. Der Wiener Reparaturbon ist dabei ein zentrales Element, das nicht nur die Reparatur von Alltagsgegenständen fördert, sondern auch einen wichtigen Schritt in Richtung Klimaschutz darstellt.
Ab dem 22. April 2026 geht der Reparaturbon in die nächste Runde und kann wieder online heruntergeladen werden. Besonders erfreulich ist, dass ab 2023 auch die Reparatur von Fahrrädern mit diesem Bon unterstützt wird, da diese Reparaturen nicht mehr vom Bund gefördert werden. Die Stadt Wien stellt bis 2027 insgesamt rund 1,2 Millionen Euro für dieses Programm bereit, um die Kreislaufwirtschaft zu stärken und die CO2-Emissionen zu senken.
Details zum Wiener Reparaturbon
Der Wiener Reparaturbon fördert Reparaturen mit bis zu 50 Prozent und maximal 100 Euro der Bruttoreparaturkosten. Zudem werden Kostenvoranschläge bis zu 55 Euro unterstützt, was die Reparatur von Gegenständen wie Teddybären, Kleiderschränken und sogar Kletterschuhen erleichtert. Elektrogeräte sind jedoch von dieser Förderung ausgenommen, da sie durch den österreichweiten Bundesreparaturbonus abgedeckt werden.
Um den Bon zu nutzen, muss er innerhalb einer festgelegten Frist bei einem der teilnehmenden Betriebe des Wiener Reparaturnetzwerks eingelöst werden. Diese Betriebe müssen strenge Kriterien erfüllen, wie beispielsweise eine Mindestanzahl an Reparaturplätzen und ein breites Sortiment an reparierbaren Marken. Für die Registrierung wird ein Stadt Wien Konto mit verifizierter E-Mail-Adresse und Mobiltelefonnummer benötigt.
Umweltbewusstsein und regionale Wirtschaft
Seit Beginn des Förderprogramms im Herbst 2020 konnten bereits über 55.800 Gegenstände repariert werden, was beeindruckende 3.209 Tonnen CO2 einspart. Jede einzelne Reparatur trägt dazu bei, wertvolle Ressourcen im Gebrauch zu halten und die Ressourceneffizienz zu erhöhen. Zum Beispiel vermeidet die Reparatur eines Fahrrades (15 kg) bis zu 152,55 kg CO2, während die Reparatur eines Smartphones (140 g) nur 7,33 kg CO2 einspart. Das zeigt, wie wichtig es ist, auf Reparatur statt auf Neuanschaffung zu setzen.
Der Wiener Reparaturbon ist somit nicht nur ein finanzieller Anreiz, sondern auch ein Schritt in die richtige Richtung für eine umweltbewusste Lebensweise. Er unterstützt die regionale Wirtschaft und fördert einen ressourcenschonenden Lebensstil. Alle Informationen über reparierte Gegenstände und die damit vermiedenen CO2-Emissionen sind im Liveticker auf der Webseite zum Wiener Reparaturbon verfügbar.
Insgesamt ist der Wiener Reparaturbon ein Paradebeispiel dafür, wie Städte innovative Lösungen finden können, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen und gleichzeitig die Lebensqualität ihrer Bürger zu verbessern. Wien zeigt, dass es möglich ist, Nachhaltigkeit und Lebensfreude miteinander zu vereinen.