Am 18. April 2026 gingen zehntausende Menschen in mehreren deutschen Großstädten auf die Straßen, um für eine gerechtere und nachhaltigere Energiepolitik zu demonstrieren. Unter dem Motto „Fossile Energien bedrohen unsere Sicherheit“ versammelten sich allein in München am Siegestor rund 12.000 Teilnehmer. In Köln zählten die Veranstalter etwa 30.000, während in Berlin 24.000 (Polizei: 9.000) und in Hamburg 15.000 Menschen für den Umstieg auf erneuerbare Energien eintraten. Insgesamt waren es etwa 80.000 Menschen, die sich in den vier Städten Gehör verschafften.
Die Demonstrationen, initiiert von Umweltorganisationen wie Greenpeace, WWF, Fridays for Future und weiteren, richteten sich vor allem gegen die Energiepolitik von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Die Rednerin in Berlin, die bekannte Klimaaktivistin Luisa Neubauer, hob hervor, dass die aktuellen Pläne von Reiche den Erfolg der Energiewende gefährden könnten. Kritiker warnen, dass die Ministerin mit ihrer Gesetzgebung den Ausbau von Wind- und Solarenergie ausbremsen wolle und damit nicht nur die Umwelt, sondern auch die wirtschaftliche Sicherheit Deutschlands aufs Spiel setze.
Forderungen und Kritik
Der Landesvorsitzende des Bundes Naturschutz, Martin Geilhufe, äußerte scharfe Kritik an Reiches Netzpaket und bezeichnete es als „Angriff auf Natur, Umwelt und Klima“. Er verwies auf die anfallenden Kosten des Engpassmanagements, die bis 2025 auf knapp 3,1 Milliarden Euro steigen könnten, was einem Anstieg von 4 % entspricht. Diese Kosten sind die Folge von Leitungsengpässen, die insbesondere an sonnigen oder windigen Tagen auftreten, wenn der Ökostrom überproduziert wird und Gas- oder Kohlekraftwerke zur Stromproduktion aktiviert werden müssen.
Die Protestierenden forderten einen schnelleren Umstieg auf nachhaltigere Energieoptionen, weniger Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und einen Ausbau von Verteilnetzen sowie Speichern. Die Kritik richtet sich vor allem an die geplanten Steuersenkungen auf fossilen Sprit und an die Weigerung der Ministerin, Entschädigungen für neue Wind- oder Photovoltaikparks in Gebieten mit hohem Ökostrom-Anteil zu gewähren. Auch der stellvertretende Grünen-Vorsitzende, Sven Giegold, warnte, dass Reiches Gesetzentwürfe eine weitere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zur Folge hätten.
Ein Aufruf zur Veränderung
Die Demonstrationen sind nicht nur eine Stimme der Klima- und Umweltbewegung, sondern spiegeln auch ein breites gesellschaftliches Interesse wider. Mieterinnen, Unternehmen und Handwerksbetriebe fanden sich zusammen, um für saubere Energie und gegen fossile Lobbypolitik zu kämpfen. Die Initiatoren rufen dazu auf, die Risiken fossiler Energien angesichts steigender Energiepreise und geopolitischer Krisen zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Mit den Demos am 18. April wurde ein starkes Signal gesetzt: Ein schnellerer Ausbau von Solar- und Windkraft ist nicht nur wünschenswert, sondern notwendig, um eine saubere, sichere und bezahlbare Energiezukunft zu sichern. Das Engagement der Bürgerinnen zeigt deutlich, dass der Wille zur Veränderung da ist – jetzt liegt es an der Politik, diesem Willen Taten folgen zu lassen.